| berlin | 07 Jul 2010 | | im september gehts wieder nach georgien ! | | mzcheta | 28 Aug 2010 | | entry no.1
wir sind gut in georgien angekommen, und wohnen jetzt in der naehe von tiflis mitten auf dem land.
durch ika den ich letztes jahr in berlin kennengelernt habe, sind wir jetzt gaeste in dem haus seiner familie. teona, seine schwester holte uns morgens um 4 vom flughafen ab und wir sassen noch bis zum sonnenaufgang zusammen und unterhielten uns über georgien, berlin, das gute essen hier usw usw. wir wohnen in nem tollen haus das von oben bis unten von allen entworfen und auch gebaut wurde. fotos davon folgen. wie so oft sind wir herzlich empfangen worden und werden mit allem versorgt. es ist sehr schoen hier und der ganze stress der letzten wochen faellt langsam ab. wir haben nach einem tag schon wieder das gefuehl das wir schon lange hier sind.....
so das wars fuer heute, morgen schreib ich noch mehr .... bis denne | | mzcheta | 29 Aug 2010 | | hallo aus georgien. ich bade den ganzen tag in georgischer zeitlosigkeit, es gib immer wieder gutes essen und die atmosphaere hier ist zum zerfliessen. wir sind immer noch auf dem lande und werden verwöhnt. heute nach dem fruestueck fuhren wir mit teona und den kids zu bekannten, um frische dickmilch abzuholen. kaum waren wir angekommen, war die ganze familie um uns rum und es gab zu essen und zu trinken - und zwar selbstgemachten wein und eingelegte gurken und kartoffeln und salat. natuerlich sollten wir ordentlich wein dazu trinken, zu jedem der 7 glaeser wein gabs nen trinkspruch auf alles schoene und liebenswerte. selbst nach dem 7. glas
auf ex war ich nur leicht angetrunken, den es war ein junger sehr gut schmeckender wein und das ist was georgisches essen und trinken auch so aufregend macht - alles schmeckt intensiv und umschmeichelt die geschmacksnerven. wir unterhielten uns angeregt mit allen - soweit unser georgisch funktionierte, und hermann und ich bekamen neue namen : hermann ist jetzt emsari und ich bin jetzt leri !
danach besuchten wir noch eine kleine kirche
auf den hügel und lascha, der sohn, begleitete uns. die kirche war verschlossen und lascha rief irgentwo an und suchte danach den schlüssel im gras. kurz danach standen wir in der kirche.
nach dem kirchenbesuch lernte ich wieder mit keso, der 7 jaehrigen tochter von teona auf der veranda georgisch, und zwar farben und alles was am kopf ist, wie augen, nase, mund usw. und natuerlich alle suessigkeiten, dann waren wir noch einkaufen, und wieder zu hause gabs schon wieder leckeres essen. es ist luftig warm hier und wir haben ueberhaupt keine plaene zum weiterreisen, wir lassen einfach alles laufen und geniessen das was auf uns zukommt, auf jeden fall is es jetzt schon nach gerade mal 2 tagen wieder ne tolle erfahrung hier zu sein, die tollen georgischen buchstaben zu entziffern, gut zu essen und zu trinken und an einem schoenen ort zu wohnen mit total netten menschen und sich auszutauschen. didi madloba ika !
na denn bis moin, euer leri | | mzcheta | 30 Aug 2010 | | ein bis jetzt ereignisreicher tag. nach den fruehstueck fuhren wir nach tiflis rein zum einkaufen, und zwar da wo das stadion von dynamo tiflis ist. es sieht aus wie die orion und in der naehe ist ein grosser markt. der markt ist verwinkelt und voller kleiner gassen, voll licht und schatten und unendlich vielen kleinen wie grossen verkaufsstaenden, so wie in basra.
2 der typischsten kraeuter der georgischen kueche, koriander und dill gibts hier in rauhen mengen, dazu unendlich viele auberginen, tomaten, gurken usw. usw. tiflis is eh ne stadt fuer visualisten, der ganze bezirk hinter dem hauptbahnhof ist chaotisch, wuselig, laut, schnell und voller informationen. es duftet nach frischgebackenem chatchapuri und stinkt gleichzeitig nach abgasen, überall kann man alles moegliche einkaufen von zigaretten bis zu
heiligenbildern und kwas, ein erfrischungsgetraenk was fast wie cola ohne kohlensauere schmeckt, handys bis zum abwinken, wettbüros geben sich die klinke in die hand, dubios aussehende wechselstuben neben pepperoniverkaeuferinnen, und alles is staendig in bewegung, ich bin begeistert und könnte 100000 bilder gleichzeitig fotographieren, hab aber meine kamera zu hause gelassen ! wir kauften chatchapuri-kaese ein und ein halbes kilo walnuesse um spaeter bashe zu machen, diese grossartige georgisch walnusspaste, dazu ne stange astra, unsere lieblingskippe hier, und natuerlich das allheilmittel borjomi-wasser.
nach dem markt fuhren wir noch durch tiflis und besuchten teonas vater, der grad nen boxring mit nem freun zusammen baut. auf der fahrt dorthin sah man sehr oft im schatten sitzende maennergruppen, die karten spielten, schnaps tranken oder gerade gefangenen fisch verkauften,
wie gesagt ueberall ist bewegung und aktion.
wir kamen zu einem hotel, wo halt in naechster zeit der besagte boxring entsteht. teona erzaehlte ihrem vater das ich auch mal einen boxkampf gehabt hatte,
was allerdings schon 15 jahre her ist und damals eher ne kunstpartyeventperformance war. ich glaub die ganze truppe um uns rum hat das nich so ganz verstanden.......!?!?
danach besorgten wir ne handykarte für mich, den ich hab mein altes nokia 3310 mitgenommen und wir koennen unsere bekannten in tiflis anrufen, was einiges erleichtert. die letzte station unserer einkaufstour war nen riesensupermarkt, in dem es ziemlich viele original deutsche produkte gab, z.b vieles von gut und guenstig, nutella, ritter sport usw. zuhause angekommen wurden wir wieder mit gesundem, frischem, guten essen verwoehnt, danach gabs kaffee und astra und einen moment spaeter kamen so 15-20 georgische bekannte zu besuch und brachten kuchen mit. viele konnten deutsch und nach anfaenglicher zurueckhaltung unterhielten wir uns mit ihnen. so ploetzlich wie sie gekommen waren, waren sie auch wieder weg -
ein wahrscheinlich ziemlich georgisches erlebnis !
ansonsten gehts uns richtig gut, das wetter ist heiss bis angenehm luftig warm, und hier wo wir wohnen ist es unglaublich ruhig und entspannt -
irgentwelche reiseplaene haben wir noch nicht, mal sehen was auf uns zukommt.
bis denne euer leri | | mzcheta | 30 Aug 2010 | | 28.8.vier uhr morgens
landung in tiflis. teona, ikas schwester, holt uns vom flughafen ab. die fotos vom letzten georgien-blog genuegten zu unserer identifizierung. wir fahren ca. 4o km vom flughafen ueber tiflis nach mzecheta, in das dorf natakhtari (eine braurerei gleichen namens braut dort ein sodbrennerbier). Angekommen in Iraklis vollkommen ungeorgischen und auch undeutschem haus (stichwort: rechter Winkel), alles ist rund und somit sehr weiblich, wohnen ja auch vier frauen hier. Wir essen und trinken und reden. Ich muß dann aber endlich mal schlafen. Stehe erst gegen eins wieder auf ,obwohl noch sehr müde aber auch sehr neugierieg. und in der kueche wartet ein herrliches sausme, von natela zubereitet, auf uns. Von den Kindern Keso und Tekla werden wir noch etwas argwöhnisch taxiert. mit dem Hund Jagger wollte ich einen spaziergang in richtung dorf unternehmem (teona warnt mich vor der roten springnatter), doch ist der georgische hund ein freigeist und läuft mir nicht hinterher, sondern mir voraus über wiesen und felder, will mich durchs dichteste gestrüpp führen, folge ihm bis es für mich nicht mehr weitergeht. es geht auch hier auf den herbst zu, doch ist hier alles so sattgrün und viele mir unbekannte pflanzen stehen in voller blüte, die ganze natur legt wieder einmal ihr unwiderlegbares bekenntnis zum rausch ab - und mir kommt der gedanke, daß am ende dieser reise einschließlich der beiden vorhergegangenen wir erst zwei monate unserer lebenszeit in sakartvelo verbracht haben werden.
DAS WIRD NICHT REICHEN, NICHT FÜR UNS. ier mit dieser natur und der mentalität der menschen bricht all mein getriebensein des letzten jahres von mir hartschalig auf und ein anderes zeitgefühl keimt, erobert die letzten zögernden gedanken bis endlich die seele zur ruhe kommt, um gefäß sein zu können für das, wasfolgen wird. ich komme zurück, der hund ist selbstredend schon da. Alle reden und spielen mit den kindern. Kerl überredet mich zu nem Kazbegi (Bier). wir philosophieren Irgendwann sage ich: \"nun habe ich den zustand der nüchternheit verlassen und den zustand der trunkenheit noch nicht erreicht, das ist genau der scheitelpunkt der umfassender zufriedenheit.\" Kerls replik: \"es ist immer gut wenn ein mann sein vorhaben umsetzt.\" Es ist wie immer: ein gutes gespräch stabilisiert die welt.
Nun aber ab in die heia, mittagschlaf, in Kesos lachen, das von unten zu mir heraufstürmt (Sie gibt Kerl georgisch-unterricht) schlafe ich ein
mit lauter wirren träumen.
abends fahren wir zu einer bäuerin milch holen, ja diese kühe will ich sehen, sie sind frei, tragen noch stolz ihr gehörn sind gut genährt, kein fett und reine, sehnige muskelkraft.
spät abends das nächste bier, alle sitzen auf der veranda quatschen, spielen mit den kindern - dann kommt der mond riesengroßsattgelb über die berge und setzt sich auf das angrenzende maisfeld un uns anzuschauen. bis denn Hermann | | mzcheta | 31 Aug 2010 | | heute war ein langer, ruhiger heisser tag, temperatur so um die 30 - 35 grad. am morgen gab es frisch gemachte chatchapuri´s aus der pfanne, die waren so locker und luftig und zergingen fast auf der zunge. bis zum fruehen abend war nicht viel zu tun, ich lernte wieder n bisschen georgisch mit keso, hermann meisselte georgische buchstaben in einen grossen stein und ich schnitzte danach den halben tag an einem holzstab rum, keso bemalte inzwischen kleine steine mit herzchen. zwischendurch gab es wieder mal lecker gorgisches essen und der tag plaetscherte so vor sich hin. am spaeten nachmittag machten wir nen ausflug nach mzcheta-city und besuchten die dorfkirche, die allerdings von einem schutzwall umgeben ist, das wort dorfkirche ist eher untertrieben. mzcheta war frueher die koenigsstadt und ist noch aelter als tiflis, das so 479 n.c gegruendet wurde. danach fuhren wir noch auf einen berg, um die naechste kirche zu besichtigen, die inzwischen zum unesco-welterbe gehoert. von hier hat man eine irre aussicht auf die umgebung und kann sehen was die georgische landschaft praegt, weitverzweigte berg und tal-landschaften, die im norden im grossen und im sueden im kleinen kaukasus auslaufen, dazwischen
schlaengeln sich die grossen fluesse des landes.
für morgen haben wir uns das erstemal seit wir hier sind nen reiseplan ausgedacht, wir wollen nach kasbegi, der kleinen stadt, am rande des maechtigen 5000er kasbeg-bergs, die man ueber die alte georgische heerstrasse erreicht. alten mythologie zufolge soll prometheus genau hier angekettet gewesen sein ! kasbegi liegt auf 1700 m und ist 130 km von hier entfernt. wir werden nen minibus nehmen, das total billig und man kann viel von der landschaft sehen. hoffentlich is da oben nich zu kalt .......... bis spaeter | | mzcheta | 02 Sep 2010 | | moin hier nur n kurzer eintrag, der tag gestern war so heiss das wir nich weitergereist sind, jetzt gleich machen wir uns auf den weg nach kasbegi, obs da internet gibt weiss ich nicht, und mal sehen was es von da zu berichten gibt, ansonsten kommt die \'abenteuer des emsari da leri im kaukasus\' etwas spaeter nach. thats its for now folks - kargat | | kasbegi | 03 Sep 2010 | | hallo aus kasbegi. unser letyter tag in mzcheta war der wohl traegste tag bisher. es war heiss und wir hingen nur im schatten rum, schnitzten holz, alberten mit den kindern rum, zwischendurch gabs zu essen und wir vertroedelten komplett den ganzen tag. nach dem essen am abend sassen wir noch lange draussen und unterhielten uns. wir kauften noch ne flasche eniseli-brandy und machten die flasche leer.
noch spaeter trat in ein fettnaepfchen !
am naechsten tag fuhr und teona nach didube, das ne grosse busstation im norden von tiflis. von hier kann man ueberallhinkommen und wir machten uns nun auf den weg nach kasbegi. die fahrt dauerte so 3 stunden und die landschaft war ziemlich schoen, wir hielten zwischendurch an eiskalten bergquellen wo man sich erfrischen konnte und passierten einen fluss, der uebersetzt - beeil dich ein bisschen - heisst. die fahrt ging entlang der alten georgischen heerstrasse und war schon eine kleine reise in sich. gegen 5 erreichten wir kasbegi, eine kleine stadt, gelegen in einem riesigen tal umgeben von 2-5 tausendern, sehr imposant. wir landeten bei emma und ihrer familie, und so gleich gabs was zu essen und zu trinken. die familie hatte grad besuch und der wiederrum schenkte uns wodka aus, dazu wieder essen. gut angetrunken fiel ich irgentwann ins bett, hermann trank noch weiter und hatte am naechsten morgen nen kater. nach chatchapuri fruehstueck erkundeten wir den ort, den kasbeg, den wir bei der ankunft noch sehen konnten, war weg, das ganze tal war im nebel gefangen und nur ab und zu lugte nen sonnenstrahl durch. unser vorhaben prometheus von seine kette zu befreien war damit abgehakt. es war das erste mal kalt seit wir hier waren und wir waren immer noch muede vom vielen essen und trinken, also nach hause und pennen. nach ausschlafen gingen wir wieder ins dorf und ich schreib grad. evtl. fahren wir jetzt noch zu nem friedhof, von dem mindia erzaehlt hatte. auf der busfahrt kam hermann mit ihm ins gespraech, er sprach englisch und studierte in tiflis. kasbegi ist ein ziemlich langsamer und verschlafener ort und wenn das wetter nich gut is kann man auch nich so viel machen. heut abend gibs wieder reichlich essen, wir muessen jedesmal erklaeren das wir keine georgier sind und nicht soviel essen koennen, dann lachen die georgier !
na denn bis spaeter | | kasbegi | 04 Sep 2010 | | hola hombres nach dem gestrigen oeden tag heute genau das gegenteil. der morgen war sonnig, der kasbeg begruesste uns mit all seiner wucht und schoenheit. am abend zuvor gabs noch so gutes essen und dazu nen weissen wein, dasalles wie medizin wirkte. wir waren wie ausgewechselt und genossen in der morgensonne im garten den ersten kaffee und die erste astra. ich entwickelte die theorie der kaukasischen strahlen, die hier im grossen kaukasus auf einen wirken. man wird staendig davon angestrahlt und je nach eigener stimmung wirken sie.
ich trank bier zum fruehstueck, denn damit kann man die wirkung auf ein gutes level bringen. wir fruehstueckten mal wieder super sachen wie etwa gebratene chinkali mit kartoffelfuellung !
unten im dorf fand heute der kasbegi-marathon statt, das ganze dorf war auf den beinen und es war ne menge los, wir trafen mindia und verabredeten uns fuer spaeter. dann machten wir uns auf den weg um zur sameba-kirche zu gelangen, nen ziemlich anstrenger weg und zwei stunden spaeter standen wir auf 2000m hoehe und es war fantastisch. der blick hier verstaerkte meine theorie der strahlen, denn hier wirkt eine gewaltige naturkraft, der man sich nicht entziehen kann. wir besuchten die messe in der kirche, mit absolut irren frauenchorgesaengen, was dem ganzen noch ein drauf setzte. hier trafen wir auch mindia wieder, der mit seinen freunden den kurzen weg waehlte, das dauert nur 45 min, man muss aber absolut fit sein. wir verweilten ca ne stunde auf dem berg, und genossen die atmossphaere. der abstieg ging schon leichter und dauerte nur ca ne stunde, dann erstmal chatchapuri da ludi. wir warn ganz schoen platt. gerade als wir fertig waren kam der letzte lauefer ins ziel, ca 60 jahre alt, alle jubelten. wir lernten auch noch ein paar aus aserbaidschan kennen und unterhielten uns ne wiele mit denen, sehr nett, der mann konnte was deutsch und wir was georgisch und sie erzaehlten von baku, der hauptstadt und das es da sehr schoen sei. jetz is grad die internetverbindung weg und ich muss schnell kopieren.... so hat gklappt, das ne ziemlich wackelige verbindung hier aber jetzt gehts wieder. so das zu heute morgen gehts zurueck nach mzcheta wo wir noch ntag bleiben und dann nacn tiflis, wo wir dann lauter alte bekannte besuchen werden also bis denne |
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